Informationen für medizinische Fachberufe zur Verordnung von Ergotherapie

Definition Deutscher Verband Ergotherapie DVE e.V. : "Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind oder von Einschränkungen bedroht sind. Ziel ist es, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen."

Ergotherapie darf auf der Heilmittelverordnung 13 verordnet werden:

  • zur Rehabilitation und Kuration
    um eine Krankheit zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern
  • zur Prävention
    um eine Schwächung der Gesundheit zu beseitigen, die zu einer Krankheit führen würde
  • zur Förderung
    um einer Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung eines Kindes entgegenzuwirken
  • um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zu mindern

Informationen zur neue Heilmittel-Richtlinie vom 01.01.2021

mit Hilfen zum Verordnungsformular Muster 13, den Diagnoselisten Heilmittel, den Rahmenvorgaben Heilmittel und viele weitere Informationen finden Sie

Der neue Rahmenvertrag Ergotherapie vom 01.01.2022

Für den schnellen Überblick - Diagnosegruppen, Leistungsbeschreibung und Ziele der Ergotherapie

Die motorisch-funktionelle Behandlung

dient der Therapie krankheitsbedingter Schädigungen der motorischen Funktionen und Strukturen mit und ohne Beteiligung des peripheren Nervensystems und den daraus resultierenden Beeinträchtigungen der Aktivitäten und Teilhabe unter Berücksichtigung individueller Kontextfaktoren.

Die sensomotorisch-perceptive Behandlung

dient der Therapie krankheitsbedingter Schädigungen der sensomotorischen und/oder perzeptiven Funktionen mit daraus resultierenden Beeinträchtigungen von Aktivitäten und ggf. der Teilhabe unter Berücksichtigung individueller Kontextfaktoren. Sie ist ein komplexes Therapieverfahren mit häufig mehreren Therapiezielen

Die neuropsychologisch-orientierte Therapie

dient der Therapie krankheitsbedingter Schädigungen der mentalen Funktionen, insbesondere der kognitiven Schädigungen und der daraus resultierenden Beeinträchtigungen von Aktivitäten und ggf. der Teilhabe unter Berücksichtigung individueller Kontextfaktoren.

Die psychisch-funktionelle Behandlung

dient der Therapie krankheitsbedingter Schädigungen mentaler Funktionen, insbesondere psychosozialer, emotionaler, psychomotorischer Funktionen und Funktionen der Wahrnehmung und der daraus resultierenden Beeinträchtigungen von Aktivitäten und ggf. der Teilhabe unter Berücksichtigung individueller Kontextfaktoren.

Die Thermotherapie

ergänzt eine motorisch-funktionelle oder sensomotorisch-perzeptive Behandlung. Diese Therapien werden durch die Thermotherapie erleichtert, verbessert oder überhaupt erst möglich.

Die Schienen

ergänzen im Einzelfall die Behandlung und dienen der Herstellung, Anpassung und Korrektur temporärer Schienen (inkl. Redressionsverfahren) zur sachgerechten Lagerung, Fixation oder Korrektur von Extremitäten. Sie dienen der Unterstützung physiologischer Funktionen und der Wiederherstellung alltagsrelevanter Fähigkeiten. Diese Maßnahme setzt eine genaue Kenntnis der Möglichkeiten und Einschränkungen der Patienten voraus.